Geschichte

Gegründet wurde das LJBO Rheinland-Pfalz 1991 vom damaligen Landesmusikdirektor Hans-Albert Schwarz, der sowohl das Amt des organisatorischen als auch des künstlerischen Leiters bekleidete. Das Bestreben, die zu dieser Zeit noch relativ unbekannte musikalische Gattung der sinfonischen Blasmusik nicht nur jungen Musikern, sondern auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen, führte nach einem „Sommerkurs für sinfonisches Blasorchester“ zur Gründung des LandesJugendBlasOrchesters Rheinland-Pfalz. Der erste offizielle Auftritt des Ensembles fand anlässlich der Eröffnungsfeier des Landesmusikfestes 1991 in Wittlich statt. Seit dieser Zeit verzeichnet das Orchester einen beständigen Aufschwung beim Niveau der Konzertprogramme sowie bei der Anzahl der Orchestermitglieder und Konzertbesucher. Bereits 1993 unternahm das Orchester seine erste Auslandstournee nach Schottland. Vom Publikum begeistert aufgenommen, konzertierte das LJBO Rheinland-Pfalz unter anderem in Glasgow und Edinburgh.

Nach dem plötzlichen Tod von Hans-Albert Schwarz im Jahr 1997 übernahm eine aus Mitgliedern des Orchesters bestehende Initiative die organisatorische Betreuung. Als künstlerischer Leiter konnte der japanische Dirigent Kunihiro Ochi gewonnen werden, der es mit Feingefühl und großer Geduld verstand, die Qualität des Orchesters kontinuierlich weiter zu steigern. Entsprechende Aufnahmen für Rundfunk und Fernsehen und mittlerweile 24 CD-Einspielungen dokumentieren diese Entwicklung. Höhepunkt und zentrales Projekt im Jahr 2001 war die Konzertreise zum „Summer Band Festival“ auf der Insel Jeju in Süd-Korea. Hier konnte das Ensemble seine Fähigkeiten weiter international eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Im Anschluss an die Tournee übergab Dirk Hubmacher die organisatorische Leitung an andere aktive Orchestermitglieder. 2002 wurde eine umfassende Umgestaltung der Organisationsstruktur vorgenommen, um auch in Zukunft optimale Rahmenbedingungen für die musikalische Arbeit des Orchesters zu gewährleisten: Der Landesmusikrat stellte dem Orchester Günter Jacoby, einen erfahrenen und renommierten Mann in Sachen Musikverbandsarbeit und Politik, zur Seite. Ein Team um Thomas Kuhn verbesserte die internen Abläufe, die Aufgabenteilung und Außendarstellung.

Seit Beginn des Jahres 2005 wird das Orchester vom stellv. Geschäftsführer des Landesmusikrates RLP Walter Schumacher-Löffler als organisatorischem Leiter betreut. Damit ist eine direkte Verbindung zum LMR und den zuständigen Ministerien gewährleistet. Ab 2008 organisierte ein Team von Orchestermitgliedern um Florian Brech und Marina Ochsenreither die inneren Prozesse des Orchesters. Dieses Team, das mittlerweile durch Philip Wilson, Dominik Wilson und Felix Noll repräsentiert und ehrenamtlich von Walter Kuhn unterstützt wird, ist zusammen mit Walter Schumacher-Löffler in die Realisierung sämtlicher anstehenden Projekte eingebunden. Durch die gezielte Auswahl der Musikerinnen und Musiker sowie der kontinuierlichen Probenarbeit während der Arbeitsphasen spielt das Orchester durchweg auf hohem künstlerischem Niveau. Ein Beleg dazu lieferte auch die Konzertreise nach Österreich 2011, bei der auf Einladung der Universität Graz eine Arbeitsphase in Oberschützen mit hervorragenden Konzerten in Bad Tatzmannsdorf, Hartberg und Mittendorf stattfand.

Mittlerweile bekommt das LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz immer mehr die Unterstützung und Anerkennung, die es als hochwertiges Landesensemble auszeichnet. Es möchte sich auch weiterhin als Aushängeschild der musikalischen Jugendförderung des Landes präsentieren und für eine breitere Anerkennung der sinfonischen Blasmusik werben.

Im Jahr 2013 verließ Kunihiro Ochi nach über 15 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit das Orchester, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Das Orchester freut sich, dass als neue künstlerische Leiter für 2014 und 2015 Stefan Barth und Stefan Grefig gewonnen werden konnten. Stefan Barth leitete 2014 die beiden Arbeitsphasen und die sehr erfolgreichen Konzerte in Herxheim, Nonnweiler, Ludwigshafen und Kaiserslautern. Stefan Grefig, in 2014 zum Dirigent des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz berufen, wurde durch Präsidiumsbeschluss des Landesmusikrates im Herbst 2015 zum neuen Chefdirigent des LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz ernannt. Er leitete die Arbeitsphasen Ostern in Prüm und Herbst in der Landesmusikakademie Engers/Neuwied und hat die Osterkonzerte in der Bitburger Stadthalle und der Festhalle Landau dirigiert, ebenfalls leitete er die sakral orientierten Herbstkonzerte in der Basilika St. Kastor in Koblenz und der Reformations-Gedächtniskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Worms.

Die Osterkonzerte 2016 wurden von Bernd Gaudera als Gastdirigent geleitet- er ist seit 1998 Landesmusikdirektor und verantwortlich für die Koordination der Aus- und Weiterbildungslehrgänge des Verbandes und die Durchführung von Dirigentenkursen und Orchesterseminaren. Hier standen die 'British Band Classics' auf dem Programm und ernteten in den ausverkauften Sälen in Neustadt und Kaiserslautern viel Erfolg.

Die Jubiläumskonzerte im Herbst 2016 zum 25 jährigen Bestehen des Orchesters wurden im Stadttheater Idar-Oberstein und im Staatstheater Mainz dann wieder von Chefdirigenten Stefan Grefig geleitet. Ein Gang durch die jüngere 'Musik, die Geschichte schrieb' mit Paganini, Tschaikowsky, Gershwin, Bernstein und Marquez konnte Werke großer Komponisten präsentieren. Der junge Klaviersolist Franz Ferdinand August Rieks beeindruckte mit seiner Deutung von Gershwins Musik, sie war in vielerlei Hinsicht spektakulär: Mit ausgefeilter Technik, die sich aber nie aufdrängte, vermochte er Exaktheit und Verspieltheit zu vereinen.

‚Casanova‘ hieß das titelgebende Hauptwerk Osterkonzerte 2017, wieder von Johan de Meij, der einfach mit großen Klangmassen sensationell gestalten kann! Hier hatte das Programm einen Protagonisten, der unterschiedlichste Bilder und Assoziationen zur Musik weckt. „Irisierend farbig, virtuos und prunkvoll beschwingt und sehnsuchtsvoll, eine Tour de Force durch mediterrane Klangwelten“ – so war es in den verschiedensten Vorberichten angekündigt worden. Diesmal noch mit Streicherklängen angereichert und dem preisgekrönten Cello-Solisten Sebastian Hennemann bei Johan de Meijs Hauptwerk des Abends hatten die jungen Musizierenden größten Ehrgeiz darein gesetzt, hier für einen unvergessliches Erlebnis zu sorgen.

Weit übertroffen wurde dieses Versprechen bei der gut besuchten öffentlichen Generalprobe in der Karoliger Halle in Prüm. Die Konzerte – in Saarbrücken unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, aufgezeichnet im akustisch sehr befriedigenden Sendesaal von SR 2 Kulturradio (Sendetermin am 5. Juli um 20.04 Uhr) und in Landau unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Thomas Hirsch, der in seiner Begrüßungsansprache auf die Unterstützung für den deutschen Kinderschutzbundes LD-SÜW e.V. einging und dem Orchester und dem Landesmusikrat für dieses Engagement herzlich dankte, sich auf die geplante Veranstaltung in zwei Jahren freute und schon die Bezeichnung Biennale gebrauchte – bildeten den krönenden Abschluss einer höchst erfolgreichen Woche.

Schon jetzt freut sich das Orchester auf eine Herbstarbeitsphase mit zwei angeschlossenen Konzerten in Frankreich und dem Abschlusskonzert in Worms. Fantastische Welten aus Mittelerde (Johan de Meij: Der Herr der Ringe) und magische Momente (Ferrer Ferran "El Bosque Magico" -The Magic Forest- mit Solo Oboistin der Wuppertaler Sinfoniker Stephanie Schwartz) werden die Zuhörer in ihren Bann ziehen.