< "Corona-Grundeinkommen" für Freiberufler in der Musik

Frau Dreyer, wo bleibt Ihr Herz für die Kreativen?

Landesmusikrat Rheinland-Pfalz fordert eine Lösung für tausende betroffene Freiberufler*innen in der Musik


Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz, Dachverband für mehr als 500.000 musizierende Menschen in Rheinland-Pfalz, hat zahlreiche Rückmeldungen erhalten, in denen darauf hingewiesen wird, dass das so genannte „Corona-Grundeinkommen“ (Arbeitslosengeld II) für freiberufliche Musikschaffende nur sehr begrenzt eine Erleichterung der dramatischen ökonomischen Situation darstellt. Daher fordert der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Deutschen Musikrat die Landes- und Bundesregierung auf, den einstimmigen Beschluss der Konferenz der Wirtschaftsminister vom 7. April 2020 für einen monatlichen Pauschalbetrag für Soloselbständige, der auf Basis von nachgewiesenen coronabedingten Einkommensverlusten gewährt wird, umzusetzen. Betriebskosten sollen demnach zusätzlich bezuschusst werden. Die Länder Baden-Württemberg und Bayern gewähren bereits jetzt den freien Kulturschaffenden einen monatlichen Pauschalbetrag von 1.180 Euro bzw. 1.000 Euro aus Landesmitteln.

Hierzu Landesmusikrats-Präsident Peter Stieber: „Wir rechnen allein mit über 5.000 freiberuflich Tätigen in der Musik in Rheinland-Pfalz. Die Bandbreite geht vom Kirchenmusiker über den auf Honorarbasis tätigen Musiklehrer bis hin zum DJ, zu der Jazz- oder Rockband sowie den Leitern*innen eines Chores oder Musikvereins. Der erleichterte Zugang zum Arbeitslosengeld II darf nicht das einzige Angebot an die Kulturszene des Landes bleiben, zumal ein erheblicher Teil der Zielgruppe davon nicht profitieren kann. Hinzu kommt, dass die zuständigen Jobcenter mit einer bedarfsgerechten Bewertung der Kulturschaffenden offensichtlich überfordert sind. Auch die regulären Bundeshilfen bringen der Musikszene keine Entspannung, da zu deckende Betriebskosten äußerst selten geltend gemacht werden können. Die Einkommensausfälle sind bereits heute enorm und werden sich durch die Absage von Veranstaltungen bis Ende August 2020 noch vervielfachen. Wenn Rheinland-Pfalz seine vielfältige, kreative und bunte Musikszene erhalten will, muss jetzt dringend auf die zahlreichen Appelle reagiert werden.“