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Phoenix aus der Asche

Das Landesjugendjazzorchester Rheinland-Pfalz nutzt die Kontaktsperre als Chance und findet via Online-Konferenz zu swingender Harmonie. Unter der Leitung von Frank Reichert performen die jungen Musiker*innen auf YouTube professionell, präzise und schwungvoll ihre Corona-Version von Sammy Nesticos „Warm Breeze“.


Peter Stieber, der Präsident des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz, in dessen Trägerschaft sich das Landesjugendjazzorchester befindet, freut sich über die Initiative aus der Band: „1981 gewann das Count Basie Orchestra mit der Originalaufnahme von „Warm Breeze“ den Grammy Award. Seitdem wurde das lebensfroh swingende Arrangement von unzählbaren Big Bands in aller Welt immer wieder erfolgreich aufgeführt. Die 2020er-Version der Phoenix Foundation – so nennt sich das Landesjugendjazzorchester Rheinland-Pfalz – swingt ebenso verspielt und lebensfroh wie die großen Vorbilder. “

Zweimal im Jahr treffen sich junge Musiker*innen aus ganz Rheinland-Pfalz zu intensiven Arbeitsphasen und präsentieren die Ergebnisse jeweils in öffentlichen Konzerten, die längst mehr als ein Geheimtipp sind. Doch diesmal war alles anders. Sowohl die Arbeitsphase als auch die gemeinsame Deutschland-Tournee mit der berühmten Trommlerinnen-Formation Ingoma Nshya aus Ruanda wurden aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt.

Unter den fünf Landesjugendensembles ist das Landesjugendjazzorchester Rheinland-Pfalz eines der ersten, die den Schritt ins Professionell-Virtuelle wagen. Gemeinsam mit dem Toningenieur Philip Sudheimer, der bis vor kurzem selbst bei der Phoenix Foundation Posaune spielte, entstand das zusammengeschnittene Video.

Allein auf sich gestellt übte jeder für sich seine Stimme – im kritischen Abgleich mit der Originalaufnahme und den eigenen in früheren Arbeitsphasen gelernten stilistischen Ansprüchen. Die jungen Musiker*innen hatten den Mut, sich selbst aufzunehmen, Feedback anzunehmen und sich auch der gegenseitigen Qualitätskontrolle zu stellen. Bei begleitenden Videokonferenzen konnten Ideen und Korrekturvorschläge eingebracht werden, um aus den Einzelstimmen einen exakt aufeinander abgestimmten Big Band-Sound zu formen, der Vitalität und Zusammenhalt auch über die Entfernung hinweg spürbar macht.

Nach dem Erfolg des ersten Videos stehen weitere Phoenix-Online-Auftritte auf dem Programm. Dabei werden, ganz im Sinne der Selbstoptimierung, Learnings aus dem ersten Video umgesetzt.

Das Video finden Sie unter folgenden Link: https://youtu.be/xfbitMmJCA0